So eben hat mich folgende Nachricht von Andi erreicht:
25. February 2013
by phil
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1.) Wer bin ich?
Geboren wurde ich in Bayern am 13.07.87, meine derzeitige Wahlheimat ist Österreich. Ich hab 2 Jahre lang Physiotherapie studiert und bin jetzt Psychologiestudentin in Graz.
2.) Wie bist du zum Klettern gekommen?
Die ersten Anfänge mit meiner Mutter, da bin ich im nördlichen Frankenjura mit Turnschuhen meinen ersten 5er gegangen (und war super stolz). Das war dann auch schon alles zu meiner frühen Kletterkarriere. Nachdem sich niemand meiner erbarmt hat, hab ich’s dann halt mit anderen Sportarten probiert: Ballett, Taekwondo, Fussball, Reiten. Meistens irgendwie alles auf einmal. Und nachdem ich 2007 nach Österreich gezogen bin, kamen die Berge dran. Und endlich Leute, die auch klettern wollen. Da hats dann nicht mehr lange gedauert.
2.) Wieso Klettern/Boulder, was fasziniert dich daran?
Ganz unterschiedlich, ich find immer wieder neue Dinge, die mich daran faszinieren. Da ich recht klein bin und ich mir immer wieder anhören durfte, wie „süß“ ich bin, war da erst mal die Herausforderung, einen Sport zu betreiben, der auf den ersten Blick nix mit Weiblichkeit zu tun hat. Später war es dann diese direkte Konfrontation mit sich selbst. Ein Gefühl für sich zu entwickeln und mit Versagen zurecht zu kommen. Und lernen, sich anzunehmen, egal, welche Bedingungen man mit einbringt. Und mit etwas Glück darf man zwischendurch das geile Flow-Gefühl erleben…
Zur Zeit versuche ich, den Fokus ein wenig wieder zum Studium und Freunden zu verschieben, was echt schwer fällt. Aber ich denke, für uns Kletterer bleibt es wichtig, den Bezug zur „Welt da draußen“ nicht ganz zu verlieren.
3.) Was muss ein Gebiet/Route/Boulder haben damit es dich begeistert?
Ganz wichtig ist das Setting: schöne Natur, Ruhe, nicht zu viele Kletterer. Persönlich bevorzuge ich steile Wandkletterei, 15-20m lang und guten Fels, Leisten, Löcher. Linien, die einen ansprechen. Und technisch eher anspruchsvoll sind.
4.) Lieblings Route/Boulder
Diverse 7as in Ceüse, einfach genial zum dahinklettern mit hoher Flow- Wahrscheinlichkeit…
5.) Lieblingsgebiet(e)?
Ceüse, Frankenjura, Warmbad
6.) Hausgebiet(e)?
Grazer Bergland, Warmbad
7.) Gibt es Phasen wo du keine Lust aufs Klettern hast?
Meistens nach dem langen Klettersommer brauch ich erst mal eine kurze Pause. Und im Winter pack ich die Hallensaison nur bedingt, da bin ich froh, wenn’s die Temperaturen wieder zulassen, raus zu gehen.
8) Kletterst du lieber alleine, mit Partner oder in Gruppen?
Meistens bin ich mit meinem Freund unterwegs. Bouldern ist aber definitiv lustig, wenn ein paar Leute zamkommen. V.a. wenn’s auch noch kalt ist. Das motiviert einfach mehr. Seilklettern mit netten Leuten ist super, allerdings als Mädel bei uns manchmal etwas schwer umsetzbar. Irgendwann möchte ich auf jeden Fall eine schwere Mehrseillängentour mit nem fitten Mädel gehen.
9) Wie siehst du die Entwicklung des Kletterns? Hat sich Klettern oder die Kletterer verändert
Puh, ich gehör ja auch nicht wirklich zur alten Garde. Auch wenn ich eher mit denen unterwegs bin. Eine Veränderung gibt’s defintiv. Genauso wie Backpacking heute mehr was mit All-inklusive Urlaub zu tun hat, ist Klettern nicht mehr unbedingt eine Extremsportart. Da geht’s viel um Selbstdarstellung und Anerkennung im netten Ambiente. Aber da hat jeder seinen eigenen Zugang zum Klettersport. Und heute ist es halt möglich, sein Niveau unglaublich schnell in der Halle aufzutrainieren. Da geht’s dann weniger ums Naturerlebnis, sondern Klettern als Leistungssport.
11.) Was sagst du zu Breitensport Klettern?
Aus Physiotherapeutischer Sicht ein Traum Solange die Leute in ihren Hallen bleiben, freu ich mich. Mit netten Leuten, die keinen Müll umeinand liegen lassen und sich entsprechend verhalten, hab ich auch kein Problem. Aber ich denke, dass die große Masse einfach im 6er/7er Niveau stecken bleibt. Da fahren die dann meist eh in andere Gebiete. Oder bleiben in ihren Hallen, weil vielen der Bezug zum Naturerlebnis oder die Zeit fehlt.
12.) Schwierigkeitsbewertung?
Immer wieder Thema. Routen fühlen sich je nach Konstituion und Vorliebe mal leichter und mal schwerer an. Ich finds cool, wenn es noch Leute gibt, die ehrlich sind und Routen/Boulder abwerten. Erstrebenswert wäre es, auf die Bewertungen zu scheißen und nach der Linie zu gehen. Tu ich aber auch nicht immer…. Aber man sollte Routen nicht nur wegen einer Schwierigkeit klettern. V.a. nicht projektieren. Ich hab am meisten Respekt vor hohem Onsight- Niveau.
13.) Sind Kletterer andere Menschen?
Jep. Auf jeden Fall überdurchschnittlich perfektionistisch veranlagt mit starkem Drang zur Ästhetik. Und leicht bis massiv fanatisch.
14.) Betreibst du noch andere Sportarten/Hobbies?
Ich versuchs zumindest. Alles was man so in den Bergen machen kann (Mountainbiken, Skitour, Berg gehen..). Will noch surfen und kajaken lernen. Meine nicht-kletternden Freunde, mein Hund und mein Studium. Sonst lesen, photographieren und gutes Essen.
15.) Schwerste Routen/Boulder
7c+r.p./7b flash und 7a+o.s.
16.) Ein Klettertag war perfekt, wenn …?
Alles gepasst hat: Wetter, Leute, Setting und Route. Und man dann auch noch aufi geklettert ist.
25. February 2013
by phil
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So eben hat mich folgende Nachricht von Andi erreicht:
15. October 2012
by phil
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Andi hat mir erst kürzlich den folgenden kurzen Bericht zukommen lassen: